Das Leben hier und im Jenseits

19. Juni Hl. Romuald

Romuald wurde angeblich 925 in eine herzoglichen Familie geboren. Er verlebte seine Jugend bis zum zwanzigsten Jahr so, als ob er nur für Lustbarkeiten, auf der Welt wäre. Doch die göttliche Gnade ließ ihn in diesem Strudel nicht untergehen. Eine ernstliche Lebensbesserung war die Folge einer schauerlichen Begebenheit. Sein Vater ein ehrgeiziger, jähzorniger Mann, tötete im Zweikampf einen nahen Verwandten. Romuald war Augenzeuge dieser Bluttat und wurde von solchem Entsetzen geschüttelt, dass er sich in das Kloster des heiligen Apollinaris zurückzog, um die nach kirchlichem Brauch den Totschlägern vorgeschriebene Buße von 40 Tagen zu bestehen. Ein Laienbruder redete ihm sehr eindringlich zu, dass er die Welt verlassen solle, um seine Seele für den Himmel zu retten. Er fragte Romuald: Was würdest du tun, wenn ich dir unsern heiligen Apollinaris lebendig zeige? Schnell erwiderte Romuald, der dies für unmöglich hielt: Dann verspreche ich dir, im Kloster zu bleiben. Gut sagte der Bruder, die nächste Nacht wollen wir in der Kirche durchwachen und du wirst den Heiligen leibhaft sehen. Während ihres Gebetes in später Nacht strahlte auf einmal die Kirche von himmlischem Glanze, Apollinaris erhob sich aus dem Sarge unter dem Tisch des Muttergottesaltares, beweihräucherte mit goldenem Rauchfasse alle übrigen Altäre und kehrte wieder in seinen Sarg zurück. Diese Erscheinung wirkte so überwältigend auf das Herz des jungen Edelmannes, dass er sogleich um Aufnahme in die Klostergemeinde bat. Im Ordenkleid widmete er sich den klösterlichen Abtötungen und Gebetsübungen mit so feuriger Hingabe und Ausdauer, dass er in kurzer Zeit allen voraneilte auf dem Weg der Vollkommenheit. Er schaffte es auch, dass sich sein Vater kurz vor dessen Tod noch bekehrte und gottselig starb. Romuald von Kaiser Otto III. unterstützt errichtete mehrere Klöster.

Romuald sagte: Gott hat den Menschen nicht zu Elend und Qual geschaffen, sondern zur Freude, aber zur Freude, welche aus der christlichen Weisheit und Tugend quillt. Er wurde über 100 Jahre alt und starb am 19. Juni 1027. Der heilige Petrus Damiani, Romualds Schüler, hat dessen außergewöhnliches Leben etwa fünfzehn Jahre nach seinem Tode geschildert.

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